Verliebt in Camps Bay

In Kapstadt ist das Meer zu kalt. Und die Wellen ein bisschen zu wild. Natürlich super für Surfer und da ich aber nicht hier bin um zu baden, schaue ich mir das Meer viel lieber einfach so an. 

Ich bin in Camps Bay gelandet. Ein kleiner, süßer Ort in Kapstadt. Für manche ist Camps Bay ein Dorf, für mich ist es eine neue Welt. An der Promenade reihen sich kleine Cafés und Restaurants an. Alles ist hier hell gehalten. Es gibt sogar nur ein einziges Hotel, um den Tourismus in Schach zu halten. Finde ich gut so, denn Camps Bay hat diesen bezaubernden Flair, das noch Unangetastete und Einheimische.

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Ich verlasse den Bus und steuere direkt auf den Strand zu. Wie hypnotisiert setze ich einen Fuß vor den anderen, die Kamera griffbereit um den Hals, völlig ergriffen, wie wunderschön es hier ist. Der Strand ist ein Traum, ewig breit, strahlend hell, sanft und weich und kaum besetzt. Und dann ist da das Wasser. Dunkelblau. Rau. Wild. Wellen brechen, eine nach der anderen. Ein wundervoller Kontrast.

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Ein Straßenhändler mit Rastahaaren und Zahnlücke spricht mich an. Er möchte selbstgemalte Bilder verkaufen. Ich bin nicht interessiert. Er fragt, ob ich doch nur einen Blick darauf werfen kann, denn kaufen muss ich ja nichts. Widerwillig nicke ich. Wir setzen uns an den Strand, dann breitet er seine Bilder aus. Eines nach dem anderen. Sie sind bunt und voller Leben. Zu jedem Bild hat er eine Geschichte. Mein Desinteresse wandelt in Neugier. Ich gehe die Bilder durch und betrachte die Acrylmalerei. Townships, Familien, Tiere, Dörfer, Mutter und Kind, der afrikanische Kontinent.

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Wir kommen ins Gespräch, während im Hintergrund das Meer rauscht und ein sachter Wind weht. Und ich erinnere mich, dass es hier anders läuft. Straßenhändler gibt es überall, aber hier in Kapstadt scheinen sie noch Manieren zu haben. Niemand ist hier zu aufdringlich, niemand ist zu unhöflich, niemand will nur verkaufen, sondern vielmehr reden. Von sich, der Stadt, das Leben, die Welt. Wenn man Nein sagt, gehen sie. Soviel Respekt geben sie einem. In manchen Städten habe ich schon andere Erfahrungen gemacht.

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Ich kaufe zwei Bilder zu einem fairen Preis, verabschiede mich mit Handschlag und wir gehen unsere Wege. Mein Weg führt endlich den Strand entlang. Ich ziehe die Schuhe aus, denn ich will den Sand unter meinen Füßen spüren. Weich und angenehm kühl ist er. Ich laufe nur ein paar Schritte, dann setze ich mich und schaue einfach nur vor mich hin. Entspannung. Balsam für die Seele. Ich bin angekommen. Das Meer, der Strand und ich. Wir harmonieren. Das passt. Schon immer. Ich möchte hier nicht weg.

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Ich habe mich in Camps Bay verliebt. Ein Dorf. Ein Ort. Kaum von Touristen belagert. Rein gehalten. Hell und willkommen.

Ich lege mich auf den Rücken und lächle den wolkenlosen Himmel an.

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6 Gedanken zu “Verliebt in Camps Bay

  1. Ein wunderschöner Bericht! Ehrlich gesagt, habe ich einen kurzen Moment im familären Chaos, dass vor der Tür herrscht, die Augen geschlossen und mir vorgestellt, wie ich mit meinen Füßen durch den angenehm kühlen Sand am Strand entlang von Kapstadt laufe… Danke dir, dass Du uns mitgenommen und solche schönen Momente mit uns geteilt hast!
    Fröhliche Ostern, Nessy von den happinessygirls.com

    Gefällt 1 Person

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