Spanien: Barcelona

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Es gab mal einen Plan, der sah ungefähr so aus: Samantha fliegt nach Barcelona. Allein. Mit ihrem 40 Liter Backpack, ihrer Kamera und ein paar Kröten in der Tasche. Eigentlich ein guter Plan, nur realisieren sich Samanthas Pläne zu 80 % nie so wirklich…

Mit Vueling geht es hoch hinauf, über die Wolken und mit stimmungsvoller gute-Laune-ich-hab-Bock-auf-Party-Hintergrundmusik nach Barcelona. Ich sitze am Fenster, genau, wie ich es reserviert habe. Ich lese mein Kindle, genau wie ich es mir vorgenommen habe. Ich freue mich auf Barcelona, genau wie damals, als ich vor vier Monaten aus dem Bauch heraus einfach mal ein Ticket nach Barcelona gebucht habe.

Einen kleinen Haken gibt’s trotzdem: ich fliege nicht allein.

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Irgendwo, ein paar Reihen hinter mir, sitzen noch zwei weitere Personen, die mich begleiten. Die so scharf darauf waren mitzukommen, dass ich nicht Nein sagen konnte und nun wird aus der Solo-Reise eine Gemeinsame-Reise. Ob ich es schlimm finde? Hmm, un poco, poco, poco, POCO!
Das ist Spanisch und heißt ein kleines bisschen.
Denn ein kleines bisschen bin ich doch enttäuscht, dass ich das Abenteuer teilen muss. Dass ich nicht Lost spielen kann; dass ich nicht auf und davon springen kann; dass ich Kompromisse machen muss.

Barcelona begrüßt uns zwei Stunden später mit strahlender Sonne und angenehmen 21 Grad. Mit dem Bus geht es ins Zentrum und ehe ich mich richtig versehe, stehen wir auch schon auf der Passeig de Gràcia. Eine ewig lange, wunderschöne, teure Einkaufsstraße. Ich sehe Chanel, Valentino, Hermès und Cartier. Meine Augen werden zu funkelnden Sternchen. Überall schicke Cafés, gutaussehende Menschen und ich mittendrin. Verschwitzt, erschöpft und orientierungslos.

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Der erste Tag im schönen Barcelona enttäuscht mich nicht. Ich wollte keine hohen Erwartungen haben, doch die vielen positiven Kommentare der Barcelona-Urlauber in meinem Umkreis, haben es mir nicht einfach gemacht. Nun stehe ich vor Casa Milà, ein Haus, das der berühmte Architekt Antoni Gaudí erschaffen hat. Es ist merkwürdig wellig, ein wenig deformiert und doch wunderschön verrückt. Es passt hierher und doch wieder nicht. Und da hinten ist noch eine Kreation von Gaudí: das Casa Batlló!

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Meine gedankliche Wunschliste erfüllt sich nach und nach, als die Sonne mit dem Mond die Plätze tauscht und das rege Treiben in den dunklen Seitengassen losgeht. Tapas! Mit einem Gläschen Cava und hervorragenden Tapas, lassen wir den Abend ausklingen. Daran könnte ich mich glatt gewöhnen!

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Am nächsten Vormittag wird eine kostenfreie Walking Tour gemacht. Andi, unser Guide, ist gebürtiger Katalane und Sohn deutscher Einwanderer. Das macht ihn umso interessanter. Denn er strahlt das typische Urlaubsfeeling aus. Die Liebe zu seiner Stadt, die Faszination ihrer Historie, die Neugierde seiner internationalen Zuhörer und die wunderbare Offenherzigkeit, mit der er alle begrüßt. Er ist lockig flockig unterwegs, hat immer einen lustigen Spruch auf Lager und führt uns innerhalb drei Stunden quer durch die Stadt.

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Andi ist super und als die Tour vorbei ist und wir alle am Hafen sitzen, knipst er noch schnell ein Gruppenfoto als Erinnerung. Ich gebe ihm mein letztes Bargeld als Trinkgeld, dann geht’s zurück ins Hostel. Tapas essen, was sonst?

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Heute ist Larissa da. Die blauebuchstabenwelt-Larissa, die erst kürzlich einen Gastbeitrag auf meinem Blog veröffentlicht und von ihrem Auslandssemester in Barcelona erzählt hat. Larry ist das Insider-Girl und so landen wir abends auf der Couch ihrer WG-Wohnung und trinken Gin Tonic. Der It-Drink in Barcelona. Überall sieht man Schilder, Flaschen, Bilder und interessante Kombinationen. Gin Apfelsaft kann ich übrigens sehr empfehlen!

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Die nächsten Tage verbringen wir alle entspannt. Tapas und Paella, Wein und Cocktails. Hier ein bisschen Sightseeing, dort ein bisschen shopping. Das Leben ist schön hier. Ich feile an meinem Spanisch, fotografiere was das Zeug hält und komme aus dem Staunen nicht heraus. Barcelona ist so schön! Diese Worte werden zu meinem Standardsatz, denn anders kann ich die Stadt nicht beschreiben. Barcelona ist einfach so verdammt schön. Am Hafen wirkt die Stadt noch schöner. Mehr Urlaubsfeeling, mehr Entspannung, mehr Seligkeit. In der Stadt kommt man aus den vielen Eindrücken nicht heraus, es ist viel los, überall gibt’s etwas zu sehen, zu riechen, zu hören. Ich möchte nicht weg. Nicht morgen. Nicht jetzt. Noch nicht.

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Und doch ist der letzte Abend schneller da als gewollt. Es wird zum gefühlten zwanzigsten Mal angestoßen. Gläser klirren aneinander. Gin und Mojito, Belini und Daiquiri. Es ist angenehm in der abendlichen Dunkelheit. Ohne Jacken ist alles viel entspannter. Niemand sieht auf die Uhr. Niemand denkt an morgen, an den Heimflug, an Zuhause, an den trüben Alltag. Wir sind hier. Jetzt. Mit unseren Gläsern in den Händen, lächelnd und strahlend.
„Salud!“
„Cheers!“
„Gānbēi!“
„Prost!“
Es wird nicht gewundert, warum jeder in einer anderen Sprache anstoßt, denn was soll’s? Wir haben Urlaub. Das Leben ist schön. Die Menschen sind nett. Die Stadt ist toll. Meine Mädels sind super.
Und die Solo-Reise? Nix un poco, denke ich mir. Gemeinsam-Reisen kann auch schön sein.

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Flug: Vueling ab Frankfurt 85 EUR

Hostel: Casa Gracia Barcelona ab 15 EUR

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10 Gedanken zu “Spanien: Barcelona

  1. Ach, ich mag deinen Blog wirklich sehr! Habe gerade erst entdeckt, dass du ja auch vor kurzem erst in Barcelona warst 🙂 Wir scheinen ja zT ganz ähnliche Erfahrungen gemacht und ähnliche Eindrücke gewonnen zu haben. Wirklich eine tolle Stadt! Und deine Fotos sind übrigens ganz wunderbar!

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    1. Dankeschön Verena! 🙂
      Ich finde deinen Blog auch super, aber auf die schnelle habe ich den FOLGEN Button nicht gefunden! 😀 Ich gehe mal davon aus, man muss dir per Mail folgt, oder?
      Ja Barcelona ist wunderschön! Eines Tages werde ich nochmal hin – vorzugsweise in Richtung Sommer um auch mal den Strand zu testen 🙂 was hat dir besonders gut gefallen?

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      1. Du bist ja lieb! Ich danke dir 🙂 Ich muss gestehen, dass ich mich mit dem „Folgen“-Button bei wordpress noch nicht sooo auseinandergesetzt habe, aber ich habe ihn soeben bei dir geklickt 😀 Ich bin gespannt, was passiert!
        Ach, warst du gar nicht im Sommer da!? Es sieht auf den Bildern so sommerlich aus!
        In Sehenswürdigkeiten gepackt: Die Sagrada Família und der Park Güell, würde ich sagen. Aber generell ist es vor allem diese Nebenstraßen-Atmosphäre, die mich gefesselt hat, diese kleinen, charmanten Gassen mit den kleinen Balkonen und den Pflanzen drauf… so etwas liebe ich! 🙂 Und dir!?

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      2. Hahaha! Danke fürs Folgen! 😀
        In Barcelona waren es immerhin 21 Grad, kaum Wolken und somit genug Sonnenschein, um auch mal die Jacke wegzulassen. 🙂 Mir haben es vor allem der Zoologische Garten und die Altstadt angetan. Und jaaa, diese süßen, engen, verwinkelten Gassen sind wunderbar! 🙂

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